In der Krone des Baumes befinden sich die alchemistischen Symbole der sechs Metalle Gold, Silber, Quecksilber, Kupfer, Eisen und Zinn jeweils auf einem sternförmigen Untergrund. Der Zeugungsprozess des siebten Metalls, des Bleis, wird sinnbildlich dargestellt. Der Einbeinige, der in der alchemischen Bildsprache für den Planeten Saturn steht, dem das Blei zugeordnet war, lässt aus einem Gefäß mit dem Symbol für Blei eine die Erde befruchtende Flüssigkeit ausströmen (»ALO« = lateinisch für »ich (er)nähre«). Der Stamm des Baumes trägt die Aufschrift »CONCIPIO« (»ich empfange«). Auf die Krone des Baumes wiederum treffen die Strahlen der Sonne, in welchen das Wort »GIGNO« steht (»ich (er)zeuge«). Die über die Weltseele verbundenen Körper von Himmel und Erde bringen so die Metalle hervor, welche der Bergmann (im Kupferstich rechts, auf einen Spaten gelehnt) fördern und weiter verarbeiten kann (»Elaboro« = ich (be)arbeite), sobald er ihren Reifeprozess abgewartet hat.
Allegorie zum Wachstum der Metalle, Kupferstich in: Johann Joachim Becher: Natur-Kündigung Der Metallen. Mit vielen Curiosen/ Beweißthumben/ Natürlichen Gründen/ Gleichnüssen/ Erfahrenheiten/ und bißhero Ohngemeinen Auffmerckungen vor Augen gestellet / Zur Erhaltung der Warheit[ ...]. Frankfurt/Main: Ammon; Serlin, 1661, Frontispiz, Reproduktion. Halle, Franckesche Stiftungen: BFSt